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Tatort Krankenhaus

Der Mensch wird gelegentlich krank. Dabei kann es sich um einen kleinen Schnupfen oder eine Bänderdehnung handeln. Es kann aber auch etwas sein, für das wir uns in ein Krankenhaus begeben, damit man uns heilt und so versorgt, wie wir es von allein nicht könnten. Im Krankenhaus beginnt der Lauf des Lebens, nicht selten endet er hier auch. Doch was passiert, wenn zwischen diesem Lebensrahmen gar nicht viel Zeit vergeht und ein Krankenhaus doch nicht das erfüllt, wozu es eigentlich dient. Jährlich infizieren sich in Krankenhäuser Hundertausende, manche eher harmlos, andere wiederum schwer. Aktuelles Beispiel für den zweiten Fall sind die nunmehr drei verstorbenen Babys in der Mainzer Uni-Klinik.

Insgesamt elf Neugeborene infizierten sich am Freitag mit einer mit Darmbakterien verunreinigten Infusion und so erschreckend das klingt, es ist lediglich die Spitze des Berges der jährlich dokumentierten Fälle von Infizierungen in Krankenhäusern. Häufig liegt das an den relativ lockeren Hygienebestimmungen beziehungsweise dem Umgang mit ihnen. Davon berichtet hat 2008 bereits Spiegel-Mitarbeiter Udo Ludwig. In seinem Werk „Tatort Krankenhaus“ spricht er neben der alltäglichen Arbeit von Krankenhausmitarbeitern auch über deren Umgang mit ihrer Aufgabe. Er schreibt über Ärzte, die Kunstfehler begehen und welche, die das Vertrauen ihrer Patienten ausnutzen. Kaum einer nimmt sich genügend Zeit, das Vertrauen, welches Patienten in sie legen, in vollem Ausmaß zu rechtfertigen. Doch Ludwig erkennt auch, dass es gar nicht unbedingt die Schuld der Mediziner ist, sondern den ihnen übermächtigen wirtschaftlichen und politischen Interessen und Forderungen unterliegt, so dass er nur zu einem Schluss kommen kann. Deutschlands Gesundheitssystem muss umdenken.

24 Aug
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