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Tana French führt die Leser an einen geheimen Ort

French - Geheimer Ort Nur wenige Damen der Zunft haben es bisher geschafft, im männerdominierten Krimigenre wirklich erfolgreich Fuß zu fassen. Umso höher einzustufen ist es, wenn es einer Autorin gelingt, sich dauerhaft dort zu etablieren. Tana French ist ohne Frage eine der ganz besonderen Ausnahmen, denn ihrer Geschichten haben großen Eindruck hinterlassen. Selbst so mancher männlicher Kollege zeigt sich beeindruckt von den mitunter spannenden Erzählelementen, die Tana French dem Leser vorsetzt. Der Erfolg sollte sie auch beim neuesten Werk „Geheimer Ort“ nicht im Stich lassen. Schließlich ist es ihre bisher beste Arbeit.

Eine US-Amerikanerin, die in Irland auf Ideen kommt

Es mag an der ruhigen Atmosphäre liegen und den natürlichen Unweiten, in denen einem für lange Zeit schon mal kein einziger Mensch begegnen kann, dass French die Grüne Insel als Wahlheimat für sich auserkoren hat. Vor mehr als zwanzig Jahren hat sie ihren Lebensmittelpunkt verlagert, ihre derzeitige Stellung im Krimigenre scheint davon profitiert zu haben. „Geheimer Ort“ ist ihr fünfter Roman, er wird schon jetzt besser eingestuft als alles, was Tana French bisher geschrieben hat. Erzählt wird von einem Mordfall in einem Mädcheninternat. Jemand hat einem Jungen den Schädel eingeschlagen. Die Suche nach dem Täter verläuft aber zunehmend im Sand. Zumindest, bis zu jenem Tag, an dem das Bild des Toten mit der netten Notiz „Ich weiß, wer ihn getötet hat“ am schwarzen Brett von St. Kilda auftaucht. Eines von acht Mädchen muss diesen Vermerk angebracht haben.

Acht Verdächtige für einen Ermittler

Das macht die acht potenziellen Zeugen auch allesamt zu acht möglichen Tätern. Für Detective Stephen Moran, den mit einer der acht eine gewisse Vorgeschichte verbindet, ist die Klärung des Falls wahrlich keine einfache Aufgabe. Die Mädchen gruppieren sich in zwei Lager. Zwischen diesen entsteht ein Geflecht aus erbitterter Freundschaft und feindseligen Beschuldigungen. Mittendrin steckt auch Moran, den der Fall langsam aber sich zu verschlingen droht. Hochinteressant und mit einer ganzen Reihe an spannungsteigernden Tempowechseln, legt Tana French hier ein Sahnestück der Krimiliteratur vor.

23 Dec
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