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Sunset – Die Gedanken des Lion Feuchtwanger

Der Zweite Weltkrieg hat viele Menschen auf dem Gewissen. Ob als Soldat in einer der bekämpfenden Mächte oder Opfer der nach außen hin als religiös berechtigt inszenierten Machtausübung  der Nationalsozialisten. Genau genommen müsste man noch die zahlreichen Emigranten dazu rechnen, die in das Exil flüchteten, weil sie Taten der Heimat nicht mehr dulden wollten und weil teilweise ihr eigenes Leben gefährdet wurde. Die Werke großer Autoren wurden verbrannt, nicht gerade wenige fielen der GESTAPO in die Hände, noch ehe sie dem Übel entkommen konnten. Andere haben es gerade noch geschafft, rechtzeitig ins Exil zu gehen. Zu ihnen zählen Lion Feuchtwanger und sein Ziehsohn Bertolt Brecht, über deren Freundschaft es in Klaus Modicks „Sunset“ geht.

Aus der Sicht Feuchtwangers geschrieben, inszeniert Modick ein tolles Gebilde, das dem Leser einen sehr eindrucksvollen Überblick über das Leben der Exilanten darstellt. Ausgehend von einem Telegramm im Jahr 1956, durch welches Feuchtwanger erfährt, dass Brecht gestorben ist, reflektiert der in die Jahre Gekommene sein Leben und die Freundschaft zu seinem Ziehsohn. Wir begleiten Feuchtwanger einen Tag lang, in dem auch sein eigenes Alter langsam deutlich wird und dennoch sind seine Erinnerungen an Brecht, die Manns und andere Exilanten so lebendig wie selten. Sie zeigen uns auch die Probleme, denen Exilanten in den USA ausgesetzt sind, den Umgang mit dem Tod seiner Tochter, vor allem aber die produktive Beziehung zwischen Talent Brecht und Marketinggenie Feuchtwanger.

24 Oct
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