eBook-Welt

Stockmann brilliert mit „Der Fuchs“

Stockmann - Der FuchsOb sie nun ein wirkliches Indiz für den großen Wert eines Schriftstücks sind oder eben nicht, sei einmal dahingestellt. Dennoch aber sind Literaturpreise sehr begehrt und häufig ein Türöffner für noch mehr Leser. Nis-Momme Stockmann könnte in knapp einem Monat eine solche Trophäe abräumen. Er ist einer der fünf Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik. Der 34-Jährige aus dem kühlen Norden geht mit „Der Fuchs“ an den Start. Nicht wenige Experten trauen ihm zu, eine der ehrenvollsten Literaturpreise des Landes abzusahnen. In der Tat zeigt sich seine Erzählung als eine mit viel Tiefe und der nötigen sprachlichen Klasse.

„Der Fuchs“ – Ein Protagonist vor den Trümmern seiner Heimat

Da steht er nun oder vielmehr hockt. Finn Schliemann kauert über den Trümmern der norddeutschen Kleinstadt Thule, die so eben von einer gigantischen Flut heimgesucht wurde. Finn konnte sich gerade so noch auf ein Dach retten. Er versinkt in Gedanken. Gedanken der Vergangenheit. Gedanken, die Finn längst in weite Ferne geschoben hat. Er denkt zurück an seinen Vater, der gestorben ist und an seinen Bruder, der behindert war. Er blickt zurück auf seine wenigen Freunde, an Albino Tille, den dicken Diego mit nur neun Zehen und an Baumann, der für sein Alter viel zu groß war. Doch er denkt auch an Katja, die sein Leben bereichert hat, weil sie ihn zu träumen beginnen ließ.

„Der Fuchs“ – Mit Katja schließt sich ein Kreis

Es ist ein ganz normaler Nachmittag, doch auch einer, der für ihn das Leben verändert. Finn steht kurz davor, in die Fänge örtlicher Rowdys zu geraten, als die mutige, selbstbewusste Katja seinen Weg kreuzt. Katja hat viel Phantasie und erfindet sonderbare Geschichten. Die beiden halten die Erzählungen in einem Band fest. Alles dreht sich darum, dass Katja eine Zeitreisende ist, deren Expeditionen von einer Gruppe mysteriöser Männer überwacht wird, die den Historienverlauf genau steuern möchten. Das Ganze entwickelt sich immer weiter, so dass „Der Fuchs“ ins Apokalyptische abstreift – Orakelsprüche, jahrhundertalte Fotografien, eigenartige Symbole inbegriffen. Katja landet dafür irgendwann in der Psychiatrie, Finn spaltet sich ab, vergisst sie. Bis zu jenem Tag auf dem Dach, denn Katja hat auch die verheerende Flut, mit der „Der Fuchs“ beginnt, vorausgesagt.

12 Feb
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