eBook-Welt

Stieg Larssons erstes Glanzstück Verblendung

Larsson - VerblendungManchmal muss man sich im Leben eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Mit Blick auf gelesene bzw. nicht gelesene Werke ist das bei weitem nicht so wild, es geht ja nicht um Leben und Tod. Letzteres kann man sogar ausmerzen, sofern es denn noch die Möglichkeit gibt, das Schriftstück zu begutachten. In unserer Zeit ist das zum Glück weitgehend realisierbar. Umso glücklicher bin ich darüber, mir einen Fehler eingestehen zu können, ohne schwerwiegende Folgen auf mich zu nehmen. Lange habe ich mich gewehrt, auf den Stieg-Larsson-Zug aufzusteigen. Seine Millennium-Trilogie wurde von Beginn an in den Himmel gelobt. Meistens aber ist die hohe gesellschaftliche Wertschätzung von Literatur kein unbedingtes Zeichen der Qualität. Als ich dann am Sonntagabend die US-amerikanische Verfilmung des ersten Teils „Verblendung“ gesehen habe, ärgerte ich mich über die frühere Abneigung. Einen Tag später begann ich mit dem eBook, ich bin bereits heute fertig, habe es komplett verschlungen.

Verblendung – Familienmysterium und neue Chance

Journalist Mikael Blomkvist ist ein unbequemer Typ, der sich bei seinen Recherchen so richtig ins Zeug legt und selbst den Dreck hervorkehrt, den man besonders weit unter der Erde vermutete. Bei seiner letzten Reportage hat er sich ein wenig weit herausgelehnt. Beweise für seine Anschuldigungen gab es keine. Jedenfalls wertete das Gericht dies so und verurteilte ihn der Verleumdung. Blomkvists Karriere als Journalist ist so gut wie futsch. Da kommt das Angebot des vermögenden Henrik Vagner ganz recht. Dieser bittet Blomkvist, das Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären. Er vermutet wie auch die Polizei ihren Tod, erhält aber jährlich zum Geburtstag eine gepresste Blume und damit genau jenes Geschenk, das ihm einst die Nichte überreichte. Wer erlaubt sich diesen üblen Scherz, ist es ihr Mörder? Eigentlich kommt für Beides nur ein Familienangehöriger in Frage. Die Vagners leben auf einer abgeschotteten Familieninsel. Die Leiche wurde nie gefunden.

Eine Assistentin, die ihn genau kennt

Schnell ist Blomkvists Interesse geweckt und so begibt er sich auf Spurensuche in der familiären Vergangenheit. Da sich der potenzielle Täter vermutlich in den eigenen Kreisen finden muss, schreibt er in „Verblendung“ offiziell die Autobiografie des reichen Industriellen. Interessanterweise sind alle Akteure reichlich verschlossen und geben nur wenig preis, wollen das Verschwinden von Harriet nicht neu aufrollen. Die entscheidende Hilfe bekommt Blomkvist im Verlauf von Lisbeth Salander, die unter anderem über begnadete Hackerfähigkeiten und ein fotografisches Gedächtnis verfügt. Sie kennt Blomkvist bereits ausführlich, sollte im Auftrag der Familie nämlich vorab genaue Informationen über ihn abliefern. Gemeinsam stößt das Team auf eine wirklich traumatische Familiengeschichte. Je näher die Beiden dem Übel kommen, desto gefährlicher wird die Situation für sie selbst.

25 Feb
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