eBook-Welt

Stephen King dankt seinen Fans mit „Böser kleiner Junge“

King - Böser kleiner JungeLiteraten können noch so viel schriftstellerisches Talent haben, noch so ausgefuchste Ideen zu Papier bringen. Wenn sie keiner liest, sind ihre Werke wertlos. Insofern kann man das Hobby zu schreiben nur zu seinem Beruf machen, wenn es genügend Leute gibt, die sich die Schriften auch ansehen. Stephen King hat es mittlerweile nicht mehr nötig, um Fans und Lesefreunde zu werben. Er ist einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Autoren unserer Zeit, steht irgendwie sogar als Begründer eines Genres, zumindest als prägende Figur  im Fokus. Im vergangenen November tourte er für Leseveranstaltungen durch Frankreich und Deutschland. In beiden Ländern wurde er derart freundlich empfangen, dass er mit dem exklusiven eBook „Böser kleiner Junge“ seinen Fans etwas zurückgeben möchte.

Ein „Böser kleiner Junge“, der nicht altert

King macht keinen Hehl darum, wie gerne er an die Zeit in Deutschland und Frankreich zurückdenkt. Dementsprechend gibt es die eBook-Veröffentlichung „Böser kleiner Junge“ auch nur auf deutsch und französisch zu lesen. Erzählt wird die Geschichte des zum Tode verurteilten George Hallas, der kurz vor Vollziehung des Todesurteils mittels Spritze seinen Anwalt Leonard Bradley empfängt und entgegen der bisherigen Treffen endlich einmal mehrere Sätze zu berichten hat. Sämtliche Gespräche verliefen im Sand, da George immer sehr einsilbig berichtete, was genau passiert ist. Dieses Treffen aber ist anders, denn George erzählt seinem Pflichtverteidiger von einem Jungen, der nicht altert und der die Schuld daran trägt, dass George nun die Todesspritze erhalten soll.

Ein „Böser kleiner Junge“ sorgt für Opfer und Schuldgefühle

George hatte selbst keine einfache Kindheit und nur wenig Kontakte. Die Freundschaft zur geistig zurückgebliebenen Marlee ist seine erste richtige Bindung. Eines Tages klaut ein kleiner Junge Marlee die Brotbüchse. Als die Beiden auf den Übeltäter – ein sechs, vielleicht sieben Jahre alter Knirps – wirft dieser mit vulgären Ausdrücken um sich und schmeißt Marlees Büchse auf die Straße. Das Mädchen rennt hinterher und wird von einer Lehrerin mit dem Auto erfasst. Nach dem Vorfall ist der kleine Junge mit dem lächerlich aussehenden Propeller-Basecap verschwunden. Doch hier endet „Böser kleiner Junge“ noch nicht. George wächst heran, der kleine Übeltäter begegnet ihm und Freundin Vicky zehn Jahre später wieder auf der Straße. Er ist nicht gealtert, schmeißt noch immer vulgäre Begriffe um sich und trägt auch die Schuld daran, dass Vicky sich erhängt und erneute Schuldgefühle entstehen. Das Szenario ist nicht zu Ende, es kommt zu weiteren Zwischenfällen, bei denen stets der Junge seinen Anteil hat. George stellt ihm irgendwann eine Falle und erschießt ihn auf offener Straße. Die Leiche wird nie vollständig identifiziert. Nachdem George am Ende die Todesstrafe erhält und Anwalt Bradley auf seinen Wunsch zugesehen hat, meint dieser auf dem Parkplatz einen kleinen Jungen gesehen zu haben. Als er in sein Auto steigt, findet er auf dem Beifahrersitz eine Propellermütze und die Nachricht „Bis bald“.

22 Apr
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