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Sebastian Fitzek schickt Noah auf die Suche

Fitzek - NoahSebastian Fitzek als unbeschriebenes Blatt im Genre Thriller zu bezeichnen, würde nicht nur ein deutliches Zeichen absoluter Inkompetenz sein. Es wäre auch eine Beleidigung großartiger, mit Spannung gefüllter Werke. Von „Der Augensammler“ über „Splitter“ bis hin zu „P.S. Ich töte Dich“ lässt sich durchweg feststellen, dass dieser Mann ganz genau weiß, wie er dem Leser einen Schauer ins Nervenzentrum einpflanzt. Zuletzt glänzte der Berliner Schriftsteller mit „Der Nachtwandler“. Allein der Trailer zum Buch auf seiner Homepage versetzte einen in Angst und Schrecken. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen an seinen neuen Thriller Noah. Mit diesem tourt er Anfang 2014 quer durch Deutschland, spannend wird es da auf jeden Fall.

„Noah“ – Ein Werk ohne Identität

Warum Fitzek den biblischen Namen für sein neuestes Stück auserkoren hat, ist nicht ganz klar. Beim Lesen aber gibt er zumindest einen Hinweis darauf. Zentral ist ein Obdachloser, der weder weiß, wer er ist, noch wie er auf den Straßen der Hauptstadt gelandet ist. Seine Begleiter nennen ihn „Noah“, weil dies der tätowierte Schriftzug auf der Innenfläche seine Hand ist und zugleich Noahs einzigen Hinweis auf seine wahre Identität darstellt. Natürlich begibt er sich auf die Suche nach seiner Herkunft und stößt dabei auf eine Geschichte, die Menschenleben kosten kann und bereits einige auf dem Gewissen hat.

„Noah“ – Ein Werk mit Erfolgspotenzial

Die Erzählung, die Sebastian Fitzek seinen Fans zum Jahresende präsentiert, hat wie gewohnt äußert hohes Unterhaltungspotenzial und wird ohne Frage ihren Weg in die Topränge der Bestsellerlisten finden. Zwar sind der Gedächtnisverlust und die gleichbedeutende Ratlosigkeit hinsichtlich der eigenen Identität keine neuen Elemente eines richtig guten Thrillers. Der 42-jährige Fitzek integriert den Umstand aber in ein besorgniserregendes Gesamtkonstrukt, dass für viele Leser eine große Realitätsnähe aufzeigt. „Noah“ spielt mit uns, weil unklar bleibt, wo die Realität aufhört und wo Fiktion beginnt. So avanciert Fitzek wieder mal zum Grenzläufer, der mit den Nerven seiner Leser spielt und sie fast in den Abgrund fallen lässt.

23 Dec
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