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Robert Galbraith – Der Seidenspinner

Galbraith - Der SeidenspinnerManche Schriftsteller bedienen sich eines Pseudonyms, das ihre wahre Identität verschleiern soll und sie dadurch entweder zu schützen vermag oder aber das Augenmerk eher auf den Werkinhalt richten lässt. Erich Kästner war so ein Autor, der unter anderem als Bertholt Bürger veröffentlichte. Kerstin Gier schreibt als Jule Brand oder Sophie Bérard. In der Form, wie es im vergangenen Jahr in England geschah, habe ich es aber auch noch nicht erlebt. Kultautorin Joanne K. Rowling, bekannt in erster Linie durch ihren kleinen Zauberer Harry Potter, narrte die britische Literaturwelt und trat verdeckt als Robert Galbraith in Erscheinung. Dieser veröffentlichte einen Erstlingsroman um einen Detektiv mit Afghanistan-Vergangenheit und heimste gute Rezensionen für sein literarisches Debüt ein. Mittlerweile ist bekannt, wer sich dahinter versteckt. Mit „Der Seidenspinner“ gibt es nun auch endlich den zweiten Band um Mister Cormoran Strike.

Der Seidenspinner – Viel zu tun für Strike und Ellacott

Unter anderem tendierte der Tonus zur Bewertung des Werkes von Galbraith hin zu einer Einordnung in die große britische Kriminalliteratur. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass Kriegsveteran Strike, der aus Afghanistan physische und psychische Leiden mitbrachte, eine Art Watson an seine Seite bekommt. Die junge Robin Ellacott kam von einer Zeitarbeitsfirma, ist immer noch an seiner Seite und bereichert die Ermittlungen sowie den Unterhaltungswert für den Leser. In „Der Seidenspinner“ geht es für beide zunächst darum, einen verschollenen Autor ausfindig zu machen. Als dieser dann brutal ermordet aufgefunden wird, verschieben sich die Untersuchungsschwerpunkte.

In „Der Seidenspinner“ gibt es eine ganze Reihe an potentiellen Tätern

Owen Quine hat sich in seinem Umfeld nicht wirklich beliebt gemacht. Als er spurlos verschwindet, was nach Angaben seiner Frau des Öfteren passiert, denkt noch niemand an eine Gewalttat. Nachdem dann aber die übel zugerichtete Leiche auftaucht, wendet sich das Bild. Strike und Ellacott sollen den Verschollenen nun nicht mehr nach Hause bringen, sondern den Mord rekonstruieren. Ein Motiv steht schnell im Raum, hat der Schriftsteller doch ein Manuskript fertiggestellt, in welchem er kein gutes Haar an den Menschen in seinem Umfeld lässt. Sollte dieses herausgebracht werden, könnten ganze Existenzen zerfallen. Klar, dass es da einige gibt, die etwas dagegen haben dürften. Die Aufgabe ist nun, denjenigen herauszufiltern, der letztlich das getan hat, was sich mehrere nur wünschten. Dass Strike und Ellacott dabei auf eine Person treffen, die alle bisherigen Übeltäter blass dastehen lässt, macht „Der Seidenspinner“ nicht gerade unlesbar.

11 Nov
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