eBook-Welt

Rachel Joyce beschreibt einen unglaublichen Ausflug

Einigen Menschen passiert es ja ganz gerne mal, dass sie einen Plan haben und ehe dieser noch zur Ausführung kommt, haben sie ihn auch schon wieder vergessen. Eigentlich hat das garantiert schon jeder einmal erlebt, in irgendeiner Form und zu irgendeinem Zeitpunkt. So ein bisschen vergesslich scheint der Hauptakteur im Werk „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ auch zu sein. Schließlich hat er, aus welchem Grund auch immer, sein eigentlich ausgemachtes Ziel, den nahegelegenen Briefkasten, völlig aus den Augen verloren und sich stattdessen auf eine Reise begeben, auf welcher ihm unzählige dieser Postkisten begegnen.

Trister Pensionsalltag

Pilgern an sich soll ja eine Sache sein, bei der man zu sich selbst findet. Die Frage, die sich im Roman von Joyce zu Beginn stellt, ist, ob ein Mensch im Alter des pensionierten Harold sich noch selbst finden muss. Er ist bereits Mitte sechzig und lebt mit seiner Frau Maureen in einem kleinen Örtchen im Süden Englands. Der Alltag ist eher durch ein Nebeneinader als durch eine glückliche Liebe gekennzeichnet. Zumindest bis zu diesem Tag hat sich Harold damit zufrieden gegeben, doch der Brief seiner ehemaligen Kollegin Queenie verändert alles.

Ein weiter Weg

Obwohl nicht sehr lang, bewegt die Botschaft der krebskranken Bekannten in Harold ein Umdenken. Schnell macht er sich auf den Weg, raus aus dem Alltag und hin zum Pflegeheim von Queenie. Unterwegs trifft er auf zahlreiche Menschen, von denen einige sich der Mission, die Freundin vom Sterben abzuhalten, sogar anschließen. Damit inbegriffen sind zahlreiche Wendungen und Rückschläge, die Harold und seine Begleiter verändern. So ist diese Reise genau genommen nicht nur eine zu Queenie ans andere Ende des Landes, sondern auch eine zu sich selbst – eine wahre Pilgerreise. In Reflexion über seiner Leben, Maureen und seinen Sohn erlebt der Reisende manch interessante Erkenntnis, die das Werk zu einer am Ende versöhnlichen und tollen Lebensgeschichte werden lassen.

13 Jul
Diskussion Leider noch keine Kommentare
Kommentar schreiben

Dieses Feld muss ausgefüllt werden