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Rabenliebe – Alleine in der DDR

Die Existenz zweier getrennter Staaten im heutigen Raum Deutschlands ist nun gut 20 Jahre her und dennoch ist sie noch immer existent, zumindest im Gedankengut der Deutschen. Die „Ossis“ fühlen sich in Bezug auf ihre Gehälter benachteiligt, die selbst nach zwanzig Jahren noch immer nicht dem Standard des Westens entsprechen. Die „Wessis“ wiederum reagieren empört darauf, wenn mal wieder ein Kindergarten im Osten saniert werden soll, komischerweise passiere das immer nur in den neuen Bundesländern. Wir haben noch längst kein geeintes Deutschland, weil man sich immer noch als „Ossi oder Wessi“, nicht als Deutscher fühlt. Wie man sich überhaupt als ein Mensch fühlen soll, das weiß Peter Wawerzinek heute auch noch nicht so richtig.

Als Baby wurde der heutige Erfolgsautor einst in der DDR von der fliehenden Mutter zurückgelassen, als Erwachsener verarbeitete er die folgenden Erfahrungen in „Rabenliebe“, einer Art Biografie über die eigenen Erlebnisse. Die emotionale Geschichte zeigt Wawerzineks Weg durch die Kinderheime der DDR, die gescheiterten Adoptionsversuche der Heimköchin und einer Familie, die Peter dann doch zurückgab. Sie zeigt seinen Versuch, einen Platz im Leben zu finden und zu verstehen, warum er das erleben musste, was er erleben musste. Wawerzinek bricht einen eigenen Fluchtversuch aus dem Zweifel der Sinnhaftigkeit heraus ab und sieht seine Mutter erst Jahre nach dem Mauerfall im Westen wieder. Dort lebt sie mit seinen acht Halbgeschwistern, eine Antwort, warum sie ihn einst zurückließ, kann sie ihm nicht geben, was Peter nach jahrelanger Veröffentlichungspause wieder zum Schreiben bewog.

11 Oct
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