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Prozessbeginn nach Utøya

Norwegen galt immer als eines der friedlichsten Länder dieser Welt. Als einzige Ausnahme wird der Friedensnobelpreis nicht in Schweden verliehen, sondern bei dem skandinavischen Nachbarn. Bis zum letzten Jahr hat sich dahingehend wenig geändert. Doch im Juli 2011 passierte etwas, das man in der Art nicht vorhersehen konnte. Nachdem im Regierungsviertel eine Bombe hochging, war die Angst vor einem islamistischen Terroranschlag gigantisch. Niemand jedoch ging davon aus, dass diese Tat nur als Ablenkungsmanöver für das kommende Massaker auf der Insel Utøya dienen sollte. Hier beendete Anders B. auf heimtückische Art und Weise das Leben vieler Nachwuchshoffnungen der norwegischen Politik, Korrespondentin Ingrid Raagard hat den Fall in „Oslo/Utoya“ genau thematisiert.

Heute begann der Prozess gegen den Terroristen, der als Polizist getarnt auf die Insel kam und die Jugendlichen wahllos niederschoss. Wir alle haben die Bilder flüchtender Schwimmer gesehen, die im wahrsten Sinn des Wortes um ihr Leben kraulten. Anders B. ließ schon heute, am ersten Tag der Verhandlung, keine Zweifel aufkommen. Er bereut nichts, nur, dass er nicht mehr Leute umgebracht hat. Raagard schaut auf die Psyche des Attentäters, führte Gespräche mit Leuten aus dem Staatsdienst und Überlebenden der Toteninsel. Alles wirkt authentisch und aus erster Hand recherchiert. Es zeigt, und das beweist sie in den anderen Kriminalfällen, die in diesem Werk behandelt werden, dass auch der friedliche Norden vor kranken Menschen nicht gesichert ist.

16 Apr
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