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Mitch Winehouse spricht über seine Tochter Amy

Meine Tochter AmyDer Kinofilm, der in dieser Woche in die Lichtspielhäuser kommt, wird definitiv für Aufsehen sorgen. „Amy“ behandelt das kurze, aber sehr ereignisreiche Leben des Soulstars Amy Winehouse. Die Frau, die mit ihrer Stimme Millionen Menschen weltweit in den Bann zog, ist eine der Vertreterinnen aus dem legendären 27er-Club. Zu ihm gehören auch Kurt Cobain oder Jimi Hendrix. Es ist eine traurige Ansammlung an Superstars, werden doch nur Leute Mitglied, die mit 27 aus dem Leben scheiden. Im Fall von Winehouse waren Drogen und Alkohol der Grund. In der zu sehenden Dokumentation bekommt auch ein Familienmitglied eine Mitschuld – Vater Mitchell. Dieser hat seine eigene Sicht in „Meine Tochter Amy“ kundgetan.

Er wollte nur ihr Bestes

Regisseur Asif Kapadia lässt etwa hundert Menschen im Film sprechen. Sie alle eint ein Bezug zu Amy Winehouse. Ihre Familie war dem Projekt sehr positiv gesinnt, obwohl letztlich gerade Vater Mitch keinesfalls positiv wegkommt. Eine Szene ist systematisch für die Mitschuld, die der Regisseur ihm zuschreibt. Amy verbringt Zeit auf St. Lucia, um dem Paparazzi-Trubel und den Drogen zu entkommen. Vater Mitch reist mit einem ganzen Team für eine TV-Produktion hinterher. In „Meine Tochter Amy“ inszeniert er zweifelsfrei ein ganz anderes Bild seiner selbst. Mitch schreibt über ihre musikalischen Erfolge und über die besondere Stellung, die seine Tochter in der Gesellschaft einnahm. Er zeigt den Aufstieg, macht aber beim Fall seines Engels viele Aussparungen und referiert letztlich nur über den schlechten Einfluss von Drogen.

Was fehlt, ist die kritische Selbstreflexion

Natürlich hat Amy Winehouse als erwachsener Mensch selbst darüber entschieden, was sie zu sich nimmt und was nicht. Sie hätte keine Drogen nehmen müssen und weiterleben können. Insofern kann man Mitch Winehouse bei seiner Hommage an die eigene Tochter schon folgen. „Meine Tochter Amy“ verschweigt aber, warum die stimmengewaltige Ikone in den Drogensumpf gerutscht ist. Das Werk verschweigt die enorme Belastung, die auf ihren Schultern lastete und die ihr Vater ihr nicht abnahm. Insofern bleibt beim Leser dieses autobiographischen Stücks auch immer ein fader Beigeschmack hängen.

16 Jul
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