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Michael Tsokos ist „Der Totenleser“

Können Sie sich vorstellen, dass ein 17-Jähriger, der gerade ein kleines Mädchen vergewaltigt und erdrosselt hat, sich an der Suche nach ihr beteiligt, obwohl er die Leiche aus Angst, sie können im Keller gefunden werden auf einer Kiste des Balkons der Familienwohnung geparkt hat? Wie wäre es mit einem Mann, der niemals Drogen konsumierte, ein gewöhnliches Leben geführt hat und sich dann als er von Wahnvorstellungen heimgesucht wird so tief in die Brust sticht, dass die Messerspitze bis ans Herz gelangt? Schauen wir uns noch einen dritten Fall an, ein Mann, bei dem die Leichenstarre eingesetzt hat und der aufgrund seiner 265kg nicht auf herkömmlichen Weg aus der Wohnung gebracht werden kann. Man müsste die Statik des Hauses in Gefahr bringen, wodurch man ihn mit einem Kran durch die bereits per Vorschlaghammer bearbeitete Fensterfront zu hieven versucht.

Manchmal sind Fälle der Kriminalgeschichte wirklich bizarr und da sind die drei gewählten Geschichten noch eine harmlose Ausnahme. Michael Tsokos, ein Berliner Rechtsmediziner, hat in seinem zweiten Buch neue, wirklich eindrucksvolle Fälle dem Leser vorgestellt. Ich muss zugeben, dass „Der Totenleser“ wirklich spannend ist, man kann ihn kaum beiseite legen. Tsokos schreibt in einer sehr leserfreundlichen Art, so wirken die Seiten wie Bilder, die vor dem eigenen Auge vorbeirauschen. Wir werden Zeuge mysteriöser Geschichten, die uns wissenschaftliches Fachjargon und interessante Erkenntnisse im Bereich der Rechtsmedizin tief in die menschlichen Abgründe einbaut.

5 Apr
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