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Mhairi McFarlane mit erfrischender Lektüre

McFarlane - Vielleicht mag ich dich morgenGleich vorneweg, Mhairi McFarlane hat keinerlei Verbindung zum gleichnamigen sehr erfolgreichen kanadischen Comiczeichner Todd. Unterhaltsam ist die 1976 in Schottland geborene Autorin aber allemal. Das hat sie schon mit ihrem ersten Roman „Wir in drei Worten“ gezeigt. Das Premierenstück sprang gleich mal auf die Spiegel-Bestsellerliste. „Vielleicht mag ich dich morgen“ war dann sogar noch erfolgreicher, ging bis nach oben an die Spitze. Die 496 Seiten des Romans zeigen all die Facetten der Autorin, deren Ruhepol heute im hübschen Nottingham liegt. Thematisch erzählt sie einen Plot, den viele in ihrem Alter in genau dieser Art schon einmal so erlebt haben könnten. Ihre Protagonistin kommt auf ein Klassentreffen und wird dort mit einem Typen konfrontiert, der ihr damals das Leben zur Hölle gemacht hat.

Wiedersehen macht im Normalfall Freude

Im Normalfall schon, immer aber keinesfalls. McFarlane zeigt das mit einer vehement weiblich gefärbten Brille. Ihre Akteurin freut sich so gar nicht auf das anstehende Klassentreffen, viel zu viele schlechter Erinnerung hat sie an die frühere Zeit. Dies erkennt der Leser sehr stark. Es scheint gar so, als sei die Autorin selbst mal in der Rolle jener Aureliana gewesen, über die sie in „Vielleicht mag ich dich morgen“ schreibt. Damals war sie das kleine pummelige Mädchen, das voller Angst durch den Tag gewandelt ist und natürlich ein beliebtes Objekt zum Hänseln darstellte. Heute ist sie freilich das genaue Gegenstück. Nicht einmal ihr Name ist noch mit dem von früher identisch, heißt sie nun doch Anna. Jeder Kerl wäre stolz, solche eine Frau an seiner Seite zu haben. Das gilt ohne Frage auch für James, einen ihrer größten Peiniger aus der Schulzeit, der sie nun nicht mehr erkennt. Anna wittert die Chance, sich für die Vergangenheit zu rächen und unterschätzt die Folgen der erneuten Begegnung.

„Vielleicht mag ich dich morgen“ zeigt eine gewisse Entwicklung

James selbst befindet sich gerade mitten in einer heftigen Ehekrise. Er sucht beim Klassentreffen Ablenkung vom tristen Alltag. Durch die extreme Veränderung erkennt er Anna auf dem Treffen nicht wieder. Sie ihn aber wohl. Aus Angst vor der direkten Konfrontation flüchtet sie von der Veranstaltung. Vor James aber gibt es kein Entkommen. Kurze Zeit später führt der berufliche Weg die beiden zusammen. Interessanterweise steht James weiterhin vollkommen auf dem Schlauch und kapiert gar nicht, wen er in „Vielleicht mag ich dich morgen“ da vor sich zu stehen hat. Nach und nach entwickelt sich zwischen beiden etwas. Etwas, das nicht mit der Vergangenheit zusammenpasst, ein Gefühl der Zuneigung. Besonders spannend für den Leser ist in erster Linie jener Zeitpunkt, an dem James realisiert, wer ihm da gegenübersteht. Bis dahin zeigt McFarlane einen tollen Spannungsaufbau. Abfallen tut das Werk im Anschluss aber nicht, es wird gar noch besser.

24 Sep
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