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Max Frisch erzählt das bewegende Schicksal des „Homo Faber“

Diesen Sonntag ist es soweit und wenn er noch leben würde, könnte Max Frisch seinen 100.Geburtstag feiern. Nun ist eben dieser Max Frisch seit gut zehn Jahren verstorben, was aber gleichfalls nichts daran ändert, dass sich seine Werke immer noch in millionenfacher Anzahl verkaufen. Frisch war das, was wir einen begnadeten Denker nennen würden, denn seine Werke wie „Andorra“ oder „Montauk“ waren  nicht einfach, sie waren kompliziert gedacht und auch so geschrieben. Versteckte Aphorismen und das gesammelte Wissen aus zahlreichen Reisen einte Frisch ganz sicher auch in seinem „Homo Faber“, das Werk, was ihn für die Literaturgeschichte unsterblich machte.

Es ist die Geschichte des recht erfolgreichen Ingenieurs Walter Faber, der in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Entwicklungsländer reist, um diese mit neuen Energieanlagen zu bestücken und der im Grunde genommen ein gutes, ein erfülltes Leben führt. Letztlich sind es eigenartige Zufälle, die sein lange Zeit so geordnetes Leben vollkommen ins Wanken bringen. Auf einer weiteren Reise lernt er ein junges Mädchen kennen, zu dem er sofort eine innige Bindung eingeht. Sabeth führt ihn zu ihrer Mutter, Walter reist mit ihr durch halb Europa, um letztlich bei Hanna, der Mutter Sabeths und Walters jüdischer Jugendliebe, zu landen. 1935 wollte sie ihr Kind abtreiben, doch mathematische Berechnungen wie sie den Alltag des Herrn Faber seit jeher beschrieben, greifen nicht in Bezug auf menschliches Verhalten. So will es das Schicksal, dass Hanna nicht abtrieb, sondern Faber mit Sabeth seine Tochter präsentiert. Wer meint, dass dieses Melodrama nun seinen Gipfel erklommen hat, sieht sich schon bald getäuscht, denn Sabeth stirbt, weil Faber in der Folge eine Situation unterschätzt und sein Weltbild immer mehr zusammenbricht.

9 May
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