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Luca di Fulvio weiß einfach, was man lesen möchte

di Fulvio - Das Kind, das nachts die Sonne fandGarantien gibt es im Leben wenige. Wir können niemals wissen, was der nächste Tag für uns bereithält. Klar lässt sich ein Plan machen, Eventualitäten, ganz unvorhersehbare Zufälle aber geben dem Leben die richtige Würze, verhindern Langeweile. Hinsichtlich guter Literatur gibt es aber schon ein paar Garantien, die das Leben nicht unbedingt uninteressanter machen. Luca di Fulvios Romane fallen voll in diese Kategorie. Sie garantieren beste Unterhaltung. Seit der römische Autor einem bestimmten Muster folgt, avancieren seine Schriften zu internationalen Bestsellern. „Das Kind, das nachts die Sonne fand“ ist ein eben solcher.

 Eine Zeit der Fürsten und des machtgierigen Tötens

Das Kind, das nachts die Sonne fand“ ist Marcus. Er ist der Sohn des Fürsten von Raühnval, einem vermögenden Reich in den Ostalpen. Bisher musste sich der Bub keine Gedanken über das Herrschaftsgebiet machen, er ist noch jung und spielt am liebsten Verstecken. Genau diese Leidenschaft rettet ihm das Leben. Bei einem Massaker werden der Fürst, seine Familie und alle Burgbewohner niedergemetzelt. Einzig Marcus, der sich gerade versteckt, überlebt. Eloisa, die Tochter der Dorfhebamme, die auch Marcus auf die Welt gebracht hat, nimmt ihn mit. Als Mikael verstecken sie ihn im Dorf vor den brutalen Schergen des machtgierigen Eroberers Ojsternig, der den Massenmord in Auftrag gegeben hat und Raühnval übernehmen will.

Mikael wird stark, seine Zeit wird kommen

Um ihn zu schützen, sperrt ihn Hebamme Agnete zunächst in einen feuchten Kellerverschlag, ohne Licht. Man kann sich als Leser vorstellen, wie hart diese Umstellung für den so vermögend aufgewachsenen Jungen erfolgt. Sein erster Freund ist eine Maus, mit er den harten Brotkanten teilt. Mit der Zeit muss Mikael in „Das Kind, das nachts die Sonne fand“ im Dorf heranwachsen, auf dem Feld ackern und sich dem Willen der herrschenden Klasse unterordnen. Doch er meistert diese Herausforderung, weil er weiß, dass seine Zeit kommen und die Rache hart sein wird. Er erträgt alles, jede Peinigung. Im Verlauf der 800 Seiten lässt di Fulvio ihn reifen. Für den Leser geschieht das nachvollziehbar und einmal mehr in einer bezaubernden Sprache. Exakt so, wie wir es vom Autor kennen.

9 Apr
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