eBook-Welt

Klüpfel und Kobr mal mit Urlaubslektüre

Klüpfel und KobrEs lässt sich jetzt sicher darüber streiten, mit welcher Lektüre man am besten seine Urlaubstage verbringt. Ich persönlich gestalte meine Lesevorlieben nicht nach den äußeren Bedingungen, schon gar nicht nach einem Ort. Insofern kann ich mir einen Kriminalroman auch während der freien Tage, auf Reisen vorstellen. Vielen aber scheint das, obwohl sie sonst sehr gerne spannungsgeladene Stücke lesen, eher nicht so geeignet. Für diese haben sich die beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr – sonst eher für Provinzkrimis zuständig – mal an einer anderen Materie versucht. „In der ersten Reihe sieht man Meer“ ist eine lustige Komödie, die Bestandteile eines Roadmovies und der guten alten Sehnsucht nach der eigenen Jugend enthält.

Eine Reise ins Italien der 80er-Jahre

Familienvater Alexander Klein steht kurz vor einem Trip nach Italien. Er will aber nicht allein fahren, sondern mit Eltern und Schwesterchen. Kurz zuvor schwelgt er noch mal in Erinnerungen und schaut mit einem Gläschen Wein die Aufnahmen aus der eigenen Jugend an, bei der eine Reise an die Adria einen markanten Einschnitt bedeutete. Ein viel zu kleines Auto für viel zu viele Personen, warme Limonade, Modern Talking aus dem Kassettenradio – der pickelige Alexander ist gerade 15, als ein Sommer an der Adria sein Leben mitprägte. Genau diese Phase erlebt er im Werk „In der ersten Reihe sieht man Meer“ erlebt er die spannende wie auch chaotische Zeit auf ein Neues.

Geschichten von Klüpfel und Kobr funktionieren auch ohne Klufti

Ermittler Kluftinger ist eine der entscheidenden Figuren, die Deutsche Literatur in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Dass sich Klüpfel und Kobr jetzt von ihm entfernen, ist mutig, aber auch ein Zeichen des Selbstvertrauens. Das Experiment funktioniert, weil wir hier über zwei talentierte Autoren sprechen. Auch in „In der ersten Reihe sieht man Meer“ erleben wir ein perfektes Zusammenspiel. Dieses Schriftsteller-Duo fungiert aus einem Guss, Brüche sind nicht erkennbar. Bei dem Roman, in den sicher auch viele eigene Erfahrungen eingeflossen sein dürften, kann man ordentlich die Seele baumeln lassen. Da lässt es sich sämtliche Sorgen vergessen – grandiose Lektüre für den Urlaub also.

31 Mar
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