eBook-Welt

Kafkas Werke – Das Beste eines der größten Literaten aller Zeiten

Franz KafkaEs gibt Schriftsteller, deren Werke einen bis an den Rand der Verzweiflung treiben können. Im Schulunterricht werden wir mit diesen äußerst sonderbaren Exemplaren konfrontiert. Da kann man sich im Grunde genommen ja kaum aussuchen, was man lesen möchte. Franz Kafka, da muss man ehrlich sein, wird sicherlich nicht nur für mich ein Autor gewesen sein, dem man als Teenager mit Abstand gegenübertritt. Seine Werke wirken unvollendet. Sie wirken paradox und gesamtgesehen versteht man kaum, was der Autor einem wirklich sagen wollte. Interpretationsspielraum bleibt da viel, gerade für den Lehrer bei der Notenvergabe der Klassenarbeiten. Heute, mit ein bisschen mehr Lese- und Lebenserfahrung, ist meine Wertschätzung für Kafka eine andere. Umso erfreuter darf man darüber sein, dass sein Nachlass in „Kafka – Gesammelte Werke“ komprimiert in neuem Format erhalten bleibt.

Ein Aussagekräftiger, der vielfach missverstanden wird

Wenn man sich mit anderen Lesern der Werke Kafkas über den Inhalt und die Aussagekraft unterhält, kreisen viele Fragezeichen um die Köpfe herum. Man möchte den Blick in seine Briefwechsel gar nicht erwähnen. Dort zeigt sich dann nämlich, dass Kafka nicht nur in den Romanen vieles offenließ. Die meisten seiner Arbeiten blieben Fragment, wurden nicht abgeschlossen. Es lag an Max Brod, Freund und späterer Verwalter des literarischen Nachlasses, dass wir Stücke wie „Amerika“, „Der Prozeß“ oder „Das Schloss“ überhaupt zu Gesicht bekamen. Brod unterstützte seinen Freund bereits zu Lebzeiten, half bei der Publikation seiner Werke. Es ist ihm zu verdanken, dass die Schriften eben nicht nach Kafkas Willen verbrannt, sondern herausgegeben worden sind.

Alle Schriften beinhalten den Autor selbst

Wer den Blick ein wenig von den bloßen Schriften abwendet und stattdessen auch einmal auf Kafkas Werdegang schaut, erkennt einen enge Verbindung zwischen den geschriebenen Zeilen und der individuellen Biografie. Kafka, der Missverstandene und Unerhörte, zeigt durchaus Parallelelen zum verwandelten Gregor Samsa in „Die Verwandlung“. Auch „Das Urteil“ erhält eine ganz andere Note, als wenn man sie fernab des Autors selbst betrachtet. Den Wunsch, anders und gar sonderbar zu sein, hegte Kafka nicht einfach nur – er war es. Genau das ist der Grund dafür, dass er das Schreiben nutzte, um in eine eigene Welt zu entfliehen. Wir sollten allesamt dankbar sein, dass wir heute Zeuge dieser Flucht sein dürfen.

30 Jul
Diskussion Leider noch keine Kommentare
Kommentar schreiben

Dieses Feld muss ausgefüllt werden