eBook-Welt

Jojo Moyes ist einen Leseabend wert

Moyes - Ein ganzes halbes JahrAn sich bin ich persönlich kein großer Freund von Liebesromanen. Natürlich spielt das Thema Liebe in der Literatur immer einer Rolle. Es ist eben nur eine Frage, wie weit diese als Stütze des eigentlichen Stoffes fungiert. Romane, in denen es letztlich nur um die Liebe geht, wecken nicht unbedingt das persönliche Interesse des Blogautors. Nichtsdestotrotz aber kann man sich als Literaturinteressierter nicht immer allen Werken entziehen, auch wenn sie nicht unbedingt ins präferierte Genre einzubetten sind. An Jojo Moyes und ihrem Stück „Ein ganzes halbes Jahr“ führt derzeit nun wirklich kein Weg vorbei. Sie schafft es sogar, den Romanzenabgeneigten auf ihre Seite zu ziehen.

Die Suche nach der richtigen Aufgabe

Wenn man  in den Bestsellerlisten weit oben geführt wird, ist das nicht gleichbedeutend mit hohem Unterhaltungswert. Manchmal aber stimmt es überein, bei Moyes ist das genau so. Ihre Hauptfigur Lou lebt in einer kaum interessanten Kleinstadt, wo das Café, in dem sie arbeitet, so ziemlich die einzige Unterhaltung bietet. Mit ihren Eltern arrangiert sich die junge Frau. Ohne so richtig mit ihrer Situation zufrieden zu sein, drängt es sie irgendwie nach etwas anderem. Nachdem sie ihre Arbeit verliert, bietet sich dafür eine Chance. Bei den Traynors sucht man eine Pflegerin – Lou sperrt sich anfangs, erliegt aber der Aussicht auf die finanzielle Vergütung.

Neuen Lebensmut vermitteln

Ihre Aufgabe auf dem Anwesen ist der 35-jährige Will, der seit geraumer Zeit an einen Rollstuhl gefesselt ist und mit seiner zynischen Art längst mit dem Leben abgeschlossen zu haben scheint. Über das Thema Sterbehilfe wurde innerhalb der Familie bereits debattiert, wobei der Erkrankte kaum von seinem Plan abweichen will. Nach einiger Zeit entwickelt Lou Gefühle, die sie nicht so richtig einzuordnen weiß. Klar ist nur, dass sie Will neuen Lebensmut einhauchen muss. An der Umsetzung ihres Plans kann der Leser teilhaben und so eine Geschichte erleben, die man als „Ziemlich beste Freunde“ bereits vor einiger Zeit in ähnlicher Form vorgesetzt bekam. Zu erwähnen ist dabei, dass diese Erzählung aber äußerst eigenständig funktioniert und noch mehr Gefühl im Leser aufkommen lässt.

6 Aug
Diskussion Leider noch keine Kommentare
Kommentar schreiben

Dieses Feld muss ausgefüllt werden