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Ferdinand von Schirach verrät, dass die Würde antastbar ist

von Schirach - Die Würde ist antastbarGewisse Aspekte des Lebens scheinen in Deutschland gesichert. Sie sind unseren Grundrechten verankert. Eines dieser Zugeständnisse, das selbst für die sonderbarsten Vertreter unserer Spezies gilt, ist, dass die menschliche Würde unantastbar bleibt. Es gibt nicht wenige, die dagegen aufbegehren und eine Regelung bevorzugen würden, in der man sein Recht auf Würde verliert, wenn man sie nicht mehr verdient hat. Schriftsteller Ferdinand von Schirach hat unter Garantie auch schon des Öfteren über eine derartige Neujustierung nachgedacht. Sein Beruf als Strafverteidiger hat ihn aber zu einem Verfechter des deutschen Rechtssystems gemacht. Was er wirklich darüber denkt, erzählt er uns in seinen Büchern, wobei stets viel Interpretationsraum bestehen bleibt. So ist das auch beim neuen Essayband, der auf den vielsagenden Titel „Die Würde ist antastbar“ getauft wurde.

von Schirach fragt gesellschaftlich Relevantes

Ferdinand von Schirach hat es mit seinen Schriften geschafft, dass Rechtssystem an jeden Laien heranzubringen. Er hat ihn über Möglichkeiten und Lücken aufgeklärt, dabei aber zu keiner Zeit eine Meinung vorgegeben, sondern dem Leser die Chance auf eine eigene Sicht gelassen. Parallel zu den Buchveröffentlichungen schrieb er im Spiegel zu den unterschiedlichsten Rechtsthemen auch einige interessante Essays. Diese sind nun unter „Die Würde ist antastbar“ erstmals komplett zusammengestellt. Dabei geht es um ganz alltägliche Problematiken wie das Rauchen oder den heutigen Umgang mit Literatur. Im Fokus bei den Texten des Juristen von Schirach steht aber natürlich einmal mehr die Kriminalität und die vielen Facetten, dank denen sie Eintritt in ein Menschenleben finden kann.

Ein kleiner Schritt zum Abgrund

Schon in seinem zuletzt veröffentlichten Roman „Tabu“ hat von Schirach die Frage gestellt, wie weit wir im Umgang mit einem Straftäter gehen können, um lebenswichtige Informationen aus ihm herauszuholen. Zunächst hieß es scheinbar, dass wir alles dürfen. Später dann entpuppte sich der vermeintliche Verbrecher als komplett unschuldig. In „Die Würde ist antastbar“ geht es darum, was einen Täter zu einem Täter werden lässt und wie wir mit ihm umgehen sollten. Warum sind Prozesse gegen Prominente etwas anderes, wie sollte man mit pädophilen Mördern umgehen? Bei all seinen einzelnen Essays wird wieder einmal deutlich, dass es nur eine Kleinigkeit bedarf, um aus jedem Menschen einen Straftäter werden zu lassen.

19 Aug
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