eBook-Welt

Ferdinand von Schirach erzählt von Verbrechen

Beinahe jeden Tag werden wir in den Nachrichten über neue Verbrechen unterrichtet. Ob es Massenmorde in einer Schule sind, Familiendramen in doch so normalen Haushalten, Rachemorden oder Tötungen auf dem Motiv Habgier. Morde passieren und sie scheinen ebenso zu unserer Gesellschaft zu gehören wie unser tägliches Brot. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass ein Mord auf Verständnis treffen soll und dennoch lässt sich nicht leugnen, dass selbst die Normalsten zu einem fähig scheinen, wenn sie von der Gesellschaft, ihren Normen und dem täglichen Kampf um die eigene Existenz sprichwörtlich aufgefressen werden.

Dies hat auch Ferdinand von Schirach erkannt und es in seinem Werk „Verbrechen“ gesellschaftskritisch niedergeschrieben. Der angesehene Strafverteidiger spricht aus erster Hand und hat es nicht selten mit wirklich eigenartigen Fällen zu tun. Er verteidigt Unschuldige und auch welche, von deren Schuld er hundertprozentig überzeugt scheint, bei denen er es aber für wichtig erachtet, die äußeren Umstände mit zu beachten. Der Jurist erzählt unter anderem die Geschichte einer Frau, die ihren Bruder umbringt, aus Liebe. Er spricht auch über eine, in der ein seit Jahrzehnten bewunderter Arzt seine Frau mit der Axt in Stücke zerhackt. Er tut dies mit ungeschminktem Realitätsbezug und in aller Wahrhaftigkeit, so dass der ein oder andere Fall Sie selbst an den Rand des menschlichen Abgrundes bringen wird.

13 Aug
Diskussion Leider noch keine Kommentare
Kommentar schreiben

Dieses Feld muss ausgefüllt werden