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Endlich wieder etwas von Carl Mørck

Adler-Olsen - ErwartungEinzelne Autoren versuchen es ja immer wieder, mal ein wenig aus dem eigenen Raster auszubrechen. J.K. Rowling ist das zuletzt sehr eindrucksvoll gelungen. Auf ihren neuen Kriminalroman freue ich mich bereits riesig, er soll im Dezember auch in Deutschland erscheinen. Schaut man auf die Rezensionen aus Great Britain ist es der Harry-Potter-Autorin damit im zweiten Versuch gelungen, auch etwas Erfolgreiches zu produzieren, das nicht mit Zauberei zu tun hat. Bei Jussi Adler-Olsen, der ohne Frage ebenfalls ein ganz großer seiner Zunft ist, bin ich mir nicht so sicher, ob ihm das mit „Das Washington-Dekret“ oder „Das Alphabethaus“ wirklich gelungen ist. Seiner neuer Kriminalroman „Erwartung“ zeigt letztlich, dass er in erster Linie ein begnadeter Denker ist, wenn es um Fälle von Ermittler Carl Mørck und seinem Sonderdezernat Q geht.

Endlich wieder etwas aus Dänemark

Es steht mir gar nicht zu, sein literarisches Werk in irgendeiner Weise zu kritisieren, Adler-Olsen ist zu Recht einer der meistgelesenen Autoren dieser Jahre. Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass ihm die Ausflüge ins Oval Office und die nationalsozialistische Vergangenheit eben nicht so gelungen sind wie es bisher bei den Kriminalgeschichten in der Heimat der Fall war. Insofern dürfte ich nicht der Einzige sein, der „Erwartung“ sehnlichst erwartet hat. Bevor Mørck und sein Team eingreifen, geht es da erst einmal um den Kleinkriminellen Marco, der es trotz seiner 15 Jahre bereits ordentlich hinter den Ohren hat. Er ist Mitglied des Clans von Zola, der seine Untertanen im Kopenhagener Untergrund rauben, betrügen und erpressen lässt, um letztlich den Bärenanteil einzustecken. Marco hat darauf keine Lust mehr und beschließt entgegen aller Gefahren, Zola den Rücken zu kehren. Dieser droht mit drakonischen Strafen und als Marco bei seiner Flucht durch den Wald auf eine Leiche stößt, scheint ihn das erste Übel bereits heimzusuchen.

Arbeit für das Team und einen Neuen im Bunde

Der Tote im Wald geht Marco nicht mehr aus dem Kopf, selbst, als er erkennt, dass Zola vermutlich nichts damit zu tun hat. Marco will aufklären, was passiert ist. Das gilt auch für Mørck und seine etablierten Ermittler. Neu im Team ist Gordon, der sich nahtlos ins Ensemble einfügt. Gemeinsam finden sie eine Verbindung zu einer Art Kartell, das Spenden für den afrikanischen Dschungel veruntreut. Bei den weiteren Ermittlungen zeigt sich ein immer tieferer Sumpf, den es für das Sonderdezernat Q und auch Marco zu ergründen gibt. Auch Zola soll dabei noch eine entscheidende Rolle spielen. Für Spannung ist in vielerlei Hinsicht gesorgt.

1 Oct
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