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Eine Jungbäuerin erzählt aus ihrem Leben

Aue - Den Hof mach ich mir selbstDer große Traum vieler kleiner Kinder besteht darin, selbst mal auf einem Bauernhof zu leben. Isabell Aue hatte das Glück, genau in diesen Traum hineingeboren zu werden. Die Tochter eines Landwirt-Ehepaares durchlief zwar in ihrem Heranwachsen so manche Episode, die für Großstädter unvorstellbar scheint und teilweise skurrile Züge beinhaltet. Dennoch aber ist ihr autobiografisches Stück „Den Hof mach ich mir selbst“ eine Hommage an das Leben auf dem Land und ein Werk, das in uns allen die Lust auf das Leben fernab des städtischen Trubels weiter schürt.

Oh nein, ein Mädchen

Bei der Geburt der kleinen Isabell reagierte ihr Vater wie ein Mann aus vergangenen Zeiten oder uns weit entfernten Kulturen. Zu allem Übel schenkte ihm die Gattin eine Tochter, also niemanden, der einmal das elterliche Gut übernehmen könne. Als dann zwei Jahre später ein weiteres Mädchen hinzukam, nahm das Unheil seinen Lauf. Es sind mehrere dieser sonderbaren Eigenschaften, die Isabell Aue in ihrer Schrift „Den Hof mach ich mir selbst“ ihrem Vater verleiht. Dieser lehrte der Sechsjährigen das Hühnerschlachten, mit neun durfte sie an der Jagd teilnehmen. Ihr geliebtes Pony verkaufte er, weil es stets ins Wanken geriet, wenn man darauf Platz nahm. Es war an einem gewöhnlichen Tag verschwunden, als Isabell aus der Schule heimkam. Ähnlich erging es ihren süßen Kaninchen, von denen ihn irgendwann nur noch ein einziges blieb.

Isabell Aue wurde geformt

Bei all diesen Darstellungen mag man es kaum glauben. Irgendwie aber ist auch der hartgesonnene Vater ein entscheidender Faktor dafür, dass Isabell Aue heute das ist, was sie ist. Als sie sich in der neunten Klasse zum Schulabbruch entschloss, um in der Landwirtschaft Fuß zu fassen, fanden ihre Eltern, beide in eben jener tätig, das gar nicht gut. Trotzdem schlug sie diesen Weg ein, übernahm mit 18 den elterlichen Hof und wächst seitdem an den täglich neuen Stolpersteinen. In einem Business, das noch immer als Männerdomäne gilt, hat sich die junge Frau durchgesetzt. So sehr sie auch zeigt, dass auf dem Land nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist und es selten entspannt zugeht, wird doch nach der Lektüre deutlich, wie dankbar Isabell Aue dafür ist, dieses Leben führen zu dürfen.

3 Sep
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