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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki – Murakami in Bestform

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn TazakiJeder, der sich irgendwie mit Literatur beschäftigt, entwickelt über Jahre hinweg eine Zuneigung zu einigen Autoren. Das ist keineswegs unnatürlich, wir können uns als Leser irgendwann einfach mit einem Autor identifizieren und wissen bereits vor dem Lesen, dass uns das gefällt, was wir zu lesen bekommen. Haruki Murakami ist nicht nur für mich ein solcher Autor. Seine bewegenden Schriften haben ihm mittlerweile einen Ruf beschert, der ihn jedes Jahr aufs Neue in den Favoritenkreis der Literaturnobelpreisträger hievt. Mit „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ hat er seinem Gesamtwerk nun ein weiteres Highlight hinzugefügt.

Haruki Murakami – Vielseitiger Schriftsteller

Unzählige Werke finden sich heute im Haruki-Murakami-Korpus. Er zeugt nur so vor Vielseitigkeit. In „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ schickt uns der Japaner zunächst in den Freundeskreis um Tsukuru Tazaki. Allen Freunden lässt sich eine bestimmte Farbe zuordnen, mit der sich im übertragenden Sinne Eigenschaften zusammenfassen lassen. Einzig Tsukuru charakterisiert sich als farblos, ganz ohne Interessen und Eigenarten. Bahnhöfe wecken seine Begeisterung, ausgereift ist das aber auch nicht. Nach der Schule entschließt sich Tsukuru Nagoya zu verlassen und in Tokyo zu studieren. Der Freundschaft zu den anderen scheint das zunächst nichts anhaben zu können.

Haruki Murakami schreibt über Menschen

Erst Jahre später, als Tsukuru in die Heimat zurückkehren möchte, beginnen seine Freunde ihn zu meiden. Was ist passiert? Tsukuru versteht es nicht und eine Antwort gibt ihm keiner. Lediglich der Hinweis, er soll sich von allen fernhalten, ereilt ihn. Zu Tode betrübt verfällt Tsukuru in tiefe Depressionen, überlegt sogar, sich das Leben zu nehmen. Aus diesem Sumpf heraus holt ihn erst Sara, der er sich offenbart und in deren Hände er den Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit legt. Haruki Murakami verdeutlicht dem Leser die Lage sehr gefühlvoll und zeigt einmal mehr, welchem Themenfeld all seine Werke unterliegen. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die er fokussiert und so eindrucksvoll darzulegen versteht.

20 Jan
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