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Der Schleier der Angst wird ewig auf ihr liegen

In einigen Kulturen unserer Welt gibt es Dinge, die mit unserem eurozentrischen Denken nicht richtig erscheinen. Es sind Sachen, die wir sehen und Taten, die andere tun. Wir verstehen diese nicht und auch nicht die ihnen zugrundeliegende Hintergründe. Ich denke, dass sich auch ohne diese europäisch-kulturell gefärbte Brille viele Taten nicht rechtfertigen lassen, egal welcher Religion, Kultur oder Staatsangehörigkeit man angehört. Ein so ein Fall, den ich mit einem kritischen Auge sehe ist jener einer heute in Kanada lebenden Frau, die sich über Jahre hinweg Misshandlungen ausgeben musste, eben, weil es Teil des kulturell-religiösen Verständnisses ihrer Angehörigen war. „Der Schleier der Angst“ ist ihr Versuch, sich mit dem Übel der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Samia Shariff lebte früher in uns so fernen Gefilden. Ihre Familie, reiche algerische Einwanderer, lebten in Frankreich mit ihr und den anderen Kindern. Samias Problem war, dass sie als Mädchen geboren wurde, sich so allem Übel aussetzen musste und ihr stets nichts als Ablehnung der männlichen Familienangehörigen entgegenstrahlte. Noch schlimmer wurde es, als die Familie zurück nach Algerien zog und die erst 16-Jährige zwangsverheiratete. Noch in der Hochzeitsnacht wurde sie geschlagen und vergewaltigt, anschließend brachte sie gegen ihren Willen aus Angst vor weiteren Misshandlungen sechs Kinder auf die Welt. Irgendwann wagte sie den Schritt, sich zu wehren und heimste für die Scheidung nicht nur böse Blicke ein. Mit dem Risiko das Leben zu verlieren flüchtete sie aus ihrer Ehe, brach mit der Familie und versucht nun in Kanada ein neues, ein glückliches Leben zu führen.

29 Mar
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