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Der Meister berichtet über „Die Klaviatur des Todes“

Tsokos - Die Klaviatur des TodesVon einer Klaviatur haben ganz sicher die wenigsten Menschen bisher etwas gehört. Es liegt aber auch dem Otto-Normal-Verbraucher nahe, dass es anscheinend einen engen Zusammenhang mit einem Musikinstrument geben muss, an dem früher einmal die Herren Mozart und van Beethoven für Furore sorgten. In der Tat handelt es sich um die besondere Anordnung der Tastatur des Klaviers, der wir die ganz besonderen Töne verdanken. Ähnlichkeiten herrschen dabei durchaus auch zu anderen Bereichen des Lebens bzw. des Todes. Dies verrät uns der Rechtsmediziner und mittlerweile äußerst gestandene Buchautor Michael Tsokos in seinem neuen Schriftstück „Die Klaviatur des Todes“.

Nichtalltäglicher Symbolcharakter

Bereits in zwei vorherigen Werken ließ Tsokos den Leser an seiner täglichen Arbeit teilhaben. Er berichtete von mysteriösen Rätseln, die bis heute ungeklärt bleiben wie die verschwundene Leiche von Rosa Luxemburg, aber auch von welchen, die Hinz und Kunz um die Ecke passiert sind. Nach einem Ausflug ins Romangenre, in welchem  er gemeinsam mit Sebastian Fitzek ebenfalls Ordentliches ablieferte, hat er sich nun wieder zurück zur eigenen Erfolgsmethode begeben. Diese besteht darin, dem Leser von realen Fällen zu erzählen, ohne Ausschmückung und bis auf Namensänderungen in detailgetreuer Wiedergabe. Dass es sich dabei um keine alltäglichen Geschichten handelt, sollte klar sein. Nichtsdestotrotz aber können sie jedem von uns passieren. Gerade das macht das Werk so authentisch und seinen Autor zu einem Erzähler der Übel unserer Gesellschaft.

Zerstückelte Wasserleiche und eine Mutter, die nach Aufmerksamkeit lechzt

Für reichlich Aufsehen sorgte vor ein paar Jahren eine zerstückelte Wasserleiche, die in mehreren Plastiksäcken aus der Berliner Spree gefischt wurde. Über Monate zogen sich die Ermittlungen hin, bei Tsokos sind es die ersten Seiten. Dabei liefert der Autor seine gewohnten Zusatzerklärungen, die einem die tägliche Arbeit eines Rechtsmediziners erklären. Sie sind zwar nicht die Helden, an denen die gesamte Aufdeckung eines Kriminalfalls hängt, einen gewissen Teil tragen sie aber durchaus bei. Wer schon einmal in ein Werk von Tsokos hineingeschaut hat, weiß, dass das nur wenig mit CSI zu tun hat – die Realität sieht anders aus. In dieser gibt es zum Beispiel auch eine Mutter, die ihr Zweijähriges beinahe umbringt, weil sie am Münchhausen-Syndrom leidet und die Aufmerksamkeit der Ärzte fordert.

12 Mar
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