eBook-Welt

Daniel Kehlmann zeigt uns eine Welt des Scheins

Kehlmann - FMonatelang wurde Daniel Kehlmanns neues Werk „F“ angekündigt, monatelang darüber debattiert, was der Inhalt sein könnte. Die Jury des Deutschen Buchpreis wusste es vor dem Otto-Normalverbraucher, setzte den Roman auf die Longlist, so dass Kehlmann, der ja weiß Gott kein Unbekannter ist, zu den Favoriten gezählt wurde. Der nächste Schritt, ein Sprung auf die Shortlist, gelang nicht. Jetzt, da ich das Stück gelesen habe, stellt sich die Frage, warum ihm das nicht gelungen ist. Terézia Mora ist sicherlich eine vollkommen verdiente Gewinnerin, Kehlmanns „F“ hätte ein derartige Auszeichnung aber auch ganz gut gestanden.

Ein Vater, der nach Hypnose sein Umfeld verlässt

Arthur Friedland unternimmt zu Beginn des eBooks gemeinsam mit seinen Söhnen, den Zwillingen Eric und Iwan sowie ihrem Halbbruder Martin einen Tagesauflug. Ziel der vier „Männer“ ist eine Hypnoseshow, wobei Arthur von Beginn an klarstellt, dass er von so etwas nicht beeindruckt werden kann, es bei ihm nicht klappen könnte. Resultat des Tages ist, dass Arthur von Künstler Lindemann dazu bewogen wird, aus seinem Alltag auszubrechen und sich seinen Träumen zu widmen. Arthur lädt seine drei Söhne bei Martin ab und macht sich aus dem Staub. Erst Jahrzehnte später hören sie wieder etwas von Arthur Friedland, dessen Bücher über das Leben sich äußerst rentabel verkaufen.

Drei unterschiedliche Perspektiven, die doch Dasselbe aussagen

Folglich begleiten wir die drei Söhne einen Tag lang. Der erste, der uns den 8. August 2008 aus seiner Perspektive erzählt, ist der katholische Priester Martin, der gerne an seinem Rubik herumhantiert und bei dem man gar nicht genau weiß, warum er sein Leben in den Dienst des Herrn gestellt hat. An ihn glauben kann er nämlich irgendwie nicht, trotzdem wahrt er den Schein. Das gilt auch für Börsenspekulant Eric, der sich den ganzen Tag über mit Tabletten vollballert, unzählige Affären führt und Millionenbeträge veruntreut hat. Iwan, ein Künstler, der den Markt mit eigenen Bildern unter anderem Namen bereichert, betrügt und lügt nicht weniger. Alle drei, so verschieden sie auch sind, treiben auf ihre persönliche Art und Weise doch dasselbe Spiel. Sie wahren einen Schein und geben sich voll und ganz ihrem Fatum hin.

15 Oct
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