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Bei Nele Neuhaus erleidet jemand „Tiefe Wunden“

Das erste, was ich mich nach dem Durchwälzen von Nele Neuhaus´ Roman „Tiefe Wunden“ gefragt habe, ist, wer zum Teufel einen 92-Jährigen umbringt. Mit Verlaub, das ist ein wirklich hohes Alter und eines, das nicht viele Menschen erleben. Es ist wahrscheinlich auch eines, bei dem man normalerweise davon ausgehen kann, dass es nicht mehr lange ein Leben ist. Häufigster Grund für den Mord an einer so alten Person ist die Aussicht auf ein Erbe, das man zwar eh irgendwann bekommt, auf das man aber nicht zu warten bereit ist. Bei Nele Neuhaus hat die ganze Szenerie einen anderen Hintergrund.

Nachdem der 92-jährige David Josua Goldberg mit einem Genickschuss ermordet wird, steht zunächst bei allen Beteiligten die Frage nach dem Warum in den Köpfen. Der Obduktionsarzt findet beim Toten, der ein Holocaustüberlebender ist, eine seltsame Blutgruppentätowierung, wie sie einst bei Angehörigen von SS-Mitgliedern üblich war. Kurz darauf werden zwei weitere Personen hingerichtet. Hauptkommissar von Bodenstein und Partnerin Kirchhoff suchen verzweifelt nach Zusammenhängen zwischen den dreien. Begleicht hier jemand eine alte Rechnung? Um die Antwort zu finden, müssen beide eine historische Expedition in das Preußen des Jahres 1945 unternehmen, denn hier liegt das verborgen, wonach sie suchen – ein dunkles Geheimnis, dass „Tiefe Wunden“ hinterlassen hat.

20 Jul
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