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Andreas Franz spritzt dem Leser die „Letale Dosis“

Wenn man sich verschiedene Morde anschaut und mal einen ganz besonderen Blick auf das Tatmotiv riskiert, kann es durchaus passieren, dass man eine Tat, die man bei bloßer Betrachtung als absoluten Frevel ansieht unter Hinzunahme des Dinges, was es ausgelöst hat, in einem komplett anderen Licht erblickt. Besonders Morde, in denen Rache als das Motiv im Raum steht, sind in dieser Art gefährdet, denn nicht selten zeigt man später Verständnis für die Tat, kann sich selbst sogar in der Handlung des Mörders wiederfinden, empfindet nun Mitleid mit ihm und seiner rechtmäßigen Strafe.

Ich denke, dass diese ganz besondere Eigenschaft ganz besonderer Morde auch Krimiautor Andreas Franz bei seinem Roman „Letale Dosis“ inspiriert hat, anders lässt sich dieses bizarre Thema kaum erklären. Innerhalb einiger Augenblicke werden drei Mitglieder einer bekannten Religionsgemeinschaft ermordet, nicht mit einem Messer im Bauch oder per Pistolenschuss, sondern mit exotischen Giften. Wer der Giftmischer ist, weiß niemand, genauso wenig wie ein Tatmotiv im Raum steht. Erst innerhalb ihrer Ermittlungen stößt die Kommissarin Julia Durant auf den Hintergrund des Ganzen, denn ganz so rein war der Glaube der drei Ermordeten gar nicht. Wie sich herausstellt, haben sie gedemütigt, gelogen und misshandelt.

20 Apr
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